tratado-improvisacion

matthias ziegler, flöte, bassflöte, kontrabassflöte
rolf lislevand, laute
dominique girod, Kontrabass

Bei Diego Ortiz' berühmten Recercadas handelt es sich um virtuos verzierte, eingängige Melodien aus der Renaissance. Fast schon archetypisch anmutende Harmoniefolgen über ostinaten Bassfiguren bilden nicht nur eine ideale Improvisationsvorlage, sondern auch ein verführerisches Hörvergnügen mit nicht geringem Suchtpotential. Wir kennen diese eingängige, elegante Musik etwa von Christina Pluhars „Arpeggiata“ oder von Rolf Lislevands eigenen Ensembles.

Auch das Trio um den „Multiflötisten“ Matthias Ziegler verführt mit dieser betörend einschmeichelnden und verzaubernden, verspielten Musikalität. Klanglich und improvisatorisch gehen jedoch Ziegler, Lislevand und Girod über diese populären Projekte weit hinaus. Ziegler erweitert das klangliche Spektrum seines Instrumentariums durch geschickte Mikrophonierung um vielfältigste geräuschhafte und perkussive Möglichkeiten. Diese vibrierenden, zuweilen auch ausgeprochen tiefen, körperhaften und expressiven Klänge kontrastieren wirkungsvoll mit dem ruhigen, jedoch ausserordentlich wach und genau gespielten Kontrabass von Dominique Girod. Verbindendes Element ist das enorm fliessende, natürlich wirkende Lauten- und Gitarrenspiel Rolf Lislevands, das alles Schwierige so unendlich leicht wirken lässt.

Neben den Recercadas von Diego Ortiz waren auch Kompositionen für Laute etwa von Johann Hieronymus Kapsberger und Eigenkompositionen von Matthias Ziegler zu hören. Der erste längere Ausschnitt gibt einen repräsentativen Einblick in das reiche Ausdrucksspektrum und die hervorragende Interaktion der drei Musiker. „Maschad“, eine von iranischer Musik inspirierte Komposition von Matthias Ziegler, dokumentiert eine weitere Facette des vielfältigen Konzertes.

tratado - "zweiter block"

maschad

Auf den Geschmack gekommen? Spannend ist der Vergleich zum Solokonzert, das Matthias Ziegler vor vier Jahren in der Alten Kirche gespielt hat.